Yoga Yoga Yoga 21.10.2019

Also für schreiben ist nicht so richtig Zeit. Schule geht bis fünf, dann bekommen wir mittlerweile Hausaufgaben ohne Ende und lernen muss ich auch schon anfangen.

Ist auch echt grad nicht wenig: auf deutsch kenne ich die Begriffe teilweise nicht, auf englisch auch nicht und in Sanskrit schon gar nicht. Um mir einen Namen in Sanskrit zu behalten brauche ich ca einen Tag.

Hier meine Hausaufgaben von gestern (nur ein Teil): Muskeln farbig anmalen bei ca 20 solcher Seiten.

Beim Frühstück haben wir dann heute auch weiter unsere Hausaufgaben erledigt.

Außer das wenig Zeit für irgendwas anderes ist: ich finde es super. Merke wie ich echt runter komme hier, ich finde alles super interessant, so gut zu gebrauchen im Alltag, das war weder in der Schule noch in der Uni mal der Fall , dass ich das gedacht habe.

Geh gleich mit ein paar noch was essen, nachdem ich heute meine erste Self-practice Yoga Session zusammengestellt habe.

Und ich habe heute oft gelacht. Und hab mich einmal erwischt als ich so leichtfüßig wie ein Pony durch die Gegend gesprungen bin. Hoffe es hat keiner gesehen. Aber das ist genau das, was ich seit Jahren verlernt habe.

„Beautiful“ wird das Wort der Reise 19.10.2019

Wieder super schlecht geschlafen, erst gegen 3:30 Uhr eingeschlafen, der Wecker klingelte um 5:10. ich bin gestorben, keine kalte Dusche mehr, schnell los am Strand lang (wunderschön beim Sonnenaufgang) zum meditieren.

Zum Glück im Liegen. Dann haben wir Asana geübt, dh ein paar Yoga Posen durchgeführt.

Ca 5 Stunden Anatomie gehabt heute , super interessant, da hab ich viel mitgenommen.

Die älteste Teilnehmerin ist übrigens 60.

dann noch mal Asanas und am Schluss haben wir Kirtans gesungen und mit kleinen Rasseln dazu gerasselt. 😉 die Lehrerin hat auf so einer Harmonika dazu gespielt, hat schon sehr cool geklungen wenn man sich unseren Gesang weggedacht hat.

Ist alles echt cool hier aber auch wenn hier eine Regel existiert, dass man sich nicht beschweren darf: ich muss schon sagen hier sind alle extrem nett, wertschätzend, dankbar, gesund lebend und alles ist „beautiful“. Das Wort habe ich heute ca 1000 mal gehört…

Da muss ich wohl noch was lernen bis ich auch diese Sichtweise habe.

In Summe habe ich gedacht wir praktizieren so viel Yoga dass ich das nicht schaffe, aber das ist total wenig und super easy bisher. Nach 11 Stunden in Summe heute musste meine Karma-Gruppe heute mit dem Putzdienst anfangen. Also Zeit geht rum wie wenn man arbeiten muss, die 4 Wochen hier werden im Flug vergehen.

Die Kinder hier lassen jeden Tag abends ihre selbstgebastelten Drachen steigen. Voll schön, hab ich früher mit meinem Papa auch genacht😊

Zum Abschluss noch was über hinduistische Götter, falls es interessiert… hab ich bei den kirtans gelernt. Shiva und Ganesha (der mit dem Elefanten Kopf).

Shiva ist der Vater von ganesha. Ganesha sollte als kleiner junge das Haus von Shiva beschützen mit der Ansage keinen rein zulassen und stand vor der Haustür als Shiva zurückkam. Ganesha lies ihn nicht rein, daher schlug Shiva ihm den Kopf ab. Dann bekam er selbst Hausverbot (von der Mutter?) und er durfte erst wieder rein wenn Genesha lebt. Daher schlug Shiva einem Elefanten den Kopf ab und setzte ihm Ganesha auf. Daher steht bei jedem hinduistischen Haus eine Genesha Statue vor der Tür.

Shiva steht für Zerstörung aber wenn ich es richtig verstanden habe dann im positiven Sinne, da er alles zerstört damit alles wieder bei null starten kann. Im Sinne Man betet an ihn um Dinge endlich loslassen zu können.

Welcomeday in der Yoga Schule 18.10.2108

Heute ging es los!

Aber davor hatte ich eine richtig schlechte Nacht. Bin erst um 6 Uhr morgens eingeschlafen. Bis halb zehn. Dann schnell kalt duschen 😲, Sachen packen und schnell wo frühstücken gehen.

Um 11 Uhr stand ich pünktlich bei der Schule, die ich auch erfolgreich gefunden habe. 18 Frauen. Alter quer gemischt, würde sagen von Anfang zwanzig bis fünfzig alles dabei. Juhu ich bin schon mal nicht die älteste. 4 deutsche, 1 Schweizerin, 1 Niederländerin, der Rest USA und Australien. Gut um noch englisch zu lernen. Allerdings merke ich, wie schlecht mein Englisch ist. Verstehen ist gar kein Problem. Aber beim Sprechen kommt nur Müll raus. Wir sollten uns jeweils zu zweit gegenseitig in der Gruppe vorstellen und ich glaub Emily aus USA war mit meiner Vorstellung von ihr nicht ganz so zufrieden. Mir sind die Worte nicht eingefallen. Es ist mir sehr peinlich und ich merke wie ich schon anfange mich zurück zu halten in den Gesprächen. Gar nicht gut… naja vielleicht hat lag es auch am wenig Schlaf.

Die Schule bzw. das Yoga Studio ist sehr schön, genauso wie ich es mag. Oben im ersten Stock über dem dazugehörigen seeehr gesunden Café.

Ansonsten wurde heute nur viel erzählt, die Regeln, die wir hier leben sollen. Abends müssen wir das Studio in Kleingruppn putzen, keine Plastiksachen benutzen (super dass ich mein Wasserflasche direkt am Flughafen verloren habe). Dass wir geduldig mit uns selbst sein sollen, und selbst lieben lernen und auf unser Herz hören. War aber alles ok, nicht zu spirituell 😊

Das ging zwar heute schon 6 Stunden lang aber sonst war nicht viel. Nur am Schluss haben wir eine kurze Meditation gemacht, die kannte ich schon 😊

Ho‘ oponopono heißt die, kommt aus Hawaii. Und es geht um selbstliebe, liebe den anderen gegenüber und Vergebung. Sich selbst vor allem, indem man wiederholt diese vier Sätze sagt:

Ich liebe dich.

Es tut mir leid.

Bitte verzeih mir.

Ich danke dir.

Leider haben wir das im Liegen gemacht so dass ich mehr gegen das einschlafen gekämpft habe, als meditiert.

Jetzt genieß ich schnell noch mein Essen.

Ansonsten geh ich wohl früh ins Bett. Morgen geht es um 6 Uhr weiter.

So schön bei Tageslicht 17.10.2019

Wow! Was für ein Morgen!

Konnte erst gar nicht schlafen, bis drei Uhr. Und dann hat es doch noch geklappt und ich habe bis zehn durchgeschlafen. Was eine schöne Unterkunft. Auf einmal 😊

Gleich gehts mit dem Boot rüber. Muss mich etwas beeilen…

Den Style mit den hipbags haben wir wohl von hier geklaut…

Alles klappt hier so einfach und problemlos. Lembongan ist genau mein Ding, super chillig, nette Bars und Shops. Hab mir eine Vespa geholt, erst mal was kleines gegessen am Strand.

Meine Unterkunft für die nächste Woche. Alles perfekt nur leider kein warmes Wasser 😫

Dann mit der Vespa einmal um die insel rum, sogar kalt ganz kurz auf die Nachbarinsel über diese gelbe Brücke. Hatte kurz schiss, dass ich seitlich ins Wasser kippe sobald gegenverkehr kam.

Gelegentlich vergesse ich dass hier Linksverkehr ist, aber ich trage ja Helm. Als einzige auf der ganzen Insel. Der schlabbert eh auf meinem Kopf rum, kann ihn sogar glücklicherweise absetzen ohne zu öffnen. Schloß war verrostet und ich hatte schon befürchtet dass ich mit dem auch noch rum laufen muss.

Unterwegs habe ich dann auch die Mülldeponie von lenbongan gesehen.

Als kontrastprogramm bin ich jetzt in einem no waste Café am Strand mit Blick auf dem Vulkan von Bali

Morgen gehts um 11 Uhr los mit der Yoga Ausbildung…

Und weg die Zweite 15.10.2019

Und schon bin ich wieder da in Bali, frisch gelandet gerade. Und super stolz auf mich, dass ich es schon mal bis hierhin geschafft habe.

Als wäre es das erste mal im Leben bin ich auch sehr überrascht, wie schnell die Zukunft da ist. Vor paar Wochen saß ich noch da und hab alles gebucht, es kam mir noch so lange hin vor. Wie oft denkt man, irgendwann dann… und schwups ist es soweit. Hoffentlich erlebe ich die Zeit richtig und lass es nicht an mir vorbei ziehen.

Scheinbar habe ich ein bisschen gelernt Sicherheit in der Unsicherheit zu empfinden und das Vertrauen, dass es irgendwie schon gehen wird.

Das mit dem Visum hab ich etwas verrafft. Überall stand, dass ich in jedem Fall einen Rückflug brauche. Dachte ich habe doch einen. Aber da ich mich mal wieder nicht festlegen konnte habe ich den von Bangkok aus gebucht, nicht Bali. Erste Hürde war also der Check in in Frankfurt. Der ging nämlich nur, nachdem ich mir spontan am Schalter noch schnell einen Flug von Bali aus gebucht habe. Nach Singapur. Ist bestimmt der nächste Flug den ich einfach verfallen lasse. Interessanterweise hat es auch sonst keinen mehr interessiert ob ich einen Rückflug habe. Deutsche Ordentlichkeit muss halt sein.

Jetzt sitze ich im Taxi, das ich erfolgreich runter gehandelt habe. Mit einer indonesischen SIM Karte, gewechselten Geld, meinem Rucksack einem Visum das ich wenn ich will auf 60 Tage verlängern kann.

Hier ist es warm, stockdunkel und schwül. Hoffe meine lunge hält durch… sonst brauche ich auch kein extended Visum…

Unterkunft und Ort Sanur ist so naja. Auf dem Heimweg vom Essen konnte ich einer Tanzgruppe noch beim musizieren und tanzen zuschauen. Schade dass ich das nicht als Audio Datei hochladen kann

Kein Ende in Sicht – 26.08.2018

Wochenende, endlich mehr Zeit. Ich bin am räumen, wegschmeißen, Müll wegfahren. Wahrscheinlich übertreibe ich es gerade, weil es keinen einzigen Tag gibt, an dem ich nichts wegtue. Ich will endlich „fertig“ werden, aber es ist einfach zu viel da. In meinen Augen sieht man immer noch keinen Unterschied. Ich fühl mich nicht „freier“ als vor 2 Wochen. Naja stimmt nicht so ganz. Es gibt einzelne Dinge, die man besitzt, die einen wirklich belasten. Man merkt es sogar, aber irgendwie tut man trotzdem nichts dagegen. Ich hatte ungefähr 10 Umzugskisten Kinderkleidung von meiner Schwester. Die 10 Umzugskisten sind sogar mal mit umgezogen. Und standen zuletzt bei meiner Mutter im Keller. Jetzt hab ich sie weggegeben – und das war ein super Gefühl. Das hat sich wirklich richtig befreiend angefühlt. Weil diese 10 Kisten durch ihre Anwesenheit mir immer ein schlechtes Gefühl gegeben haben. So als würden sie zu mir sagen „hallo, wir sind noch da“. Und jetzt kommen sie nach Rumänien und ich hoffe irgendwer freut sich darüber.

Meine Mutter hat auch angefangen Kram wegzuräumen und sie hat viel. Aber sie hat auch etwas, was sie seit mehr als 40 Jahren belastet. Sie hat beschlossen es endlich weg zu geben. Es ist das Porzellanservice, ein richtig gutes, altes. Aber gefallen hat es ihr noch nie. Es hat viel Platz weggenommen und jedes Jahr wenn die Familie zu Geburtstagen kam musste sie es rausholen und benutzen. Damit derjenige, der es ihr geschenkt hat sich freut. Auch Geschenke kann man wegtun. Sie haben ihren Zweck bereits erfüllt. Ich freu mich für meine Mama, dass sie sich endlich von dem Porzellanservice befreit.

Warum haben wir eigentlich zu viel? Warum streben wir immer danach, noch mehr zu haben? Warum denken wir immer, es wäre nicht genug da? Das ist ja der Grund warum wir Sachen aufheben. Aus Angst wir benötigen es mal, Angst, dass wir verhungern. Zumindest denke ich das wohl immer mal wieder, wenn ich unkontrolliert im Supermarkt einkaufen gehe. Als wären 5 Leute zu Hause, die ausgehungert sind. Man sagt, dass Menschen, die wenig besitzen auch anders mit Essen umgehen. Weil sie verstanden haben, dass wir nur die Dinge benötigen, die wir jetzt brauchen. Warum kaufe ich immer so viel ein, dass ich Essen wegschmeißen muss? Es schaut mich sehr lange aus dem Kühlschrank heraus an, während es dahin welkt und macht mir mit seinem Anblick jedes Mal ein schlechtes Gewissen. Warum denke ich in einem Land, in dem immer überall Essen verfügbar ist, dass ich immer dermaßen viel Essen zu Hause haben muss?

Manche sagen, dass es das gesellschaftliche Denken ist und was wir von Beginn unseres Lebens von den Älteren beigebracht bekommen. Das, was die Wirtschaft einem suggerieren möchte. Marketing funktioniert nur, weil es Bedürfnisse weckt. Wir sollen denken, dass wir zu wenig haben um glücklich zu sein. Würden wir alle wissen, dass wir reichlich haben, dann würden wir auch weniger konsumieren und müssten weniger arbeiten, hätten mehr Zeit für die Erlebnisse und Momente, die uns wirklich glücklich machen. So stand es im Buch und für mich hört sich das logisch an.

Erst mal weiter mit dem ersten Schritt: dem radikalen Reduzieren. Ausbeute von heute: 2 Pullis, die kaum getragen waren. Etwas alter Schmuck, 4 Ordner mit Papierkram (teilweise schreddern obendrein), etwas Küchenkram (Tupperschüsseln zum Beispiel). Zu viel Essen kaufen und dann noch viel Zeug besitzen um das zu viele Essen zu verstauen. Unglaublich.

Ich gehe stückchenweise und iterativ vor: immer bei den Dingen, die mir gerade einfallen, wenn ich in die einzelnen Kisten oder Schränke schaue. Und immer wieder alles wiederholt aufmachen.

Ausbeute vom Wochenende gesamt:

Ich habe beim Aufräumen einen Stiftehalter gefunden, den ich als Kind geliebt habe. Ein roter Plastikigel mit Schriftzug „Volksbank“ 🙂 Den fand ich so unglaublich toll. Mir sollen Dinge wieder so wichtig werden, wie einem Kind. Ich glaub das geht nur, wenn man wenig hat. Erst dann hat jedes Einzelne wieder eine Bedeutung. Der Igel hat bisher die Aufräumaktion überlebt, einer von wenigen.

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Es kann wirklich alles weg – Nein muss! 24.08.2018

Unglaublich was man so alles ansammelt. Ich bin richtig sauer auf mich. Dabei dachte ich, ich habe nicht viel Kram. Bin ja auch erst vor 1,5 Jahren umgezogen und war im Glauben ich hätte mehr oder weniger alles Unnötige weggetan.

Irgendwie ist es in aller Munde: das Thema Minimalismus. Erst habe ich eine Dokumentation auf Netflix hierzu angeschaut, jetzt ein Buch gelesen. Und ja: ich glaube das, was die Leute sagen, die Minimalismus leben. Geht ja auch in die gleiche Richtung, was im Buddhismus schon immer gesagt wird. Besitztum macht unglücklich oder besser: Wenn man wenig hat, ist man glücklicher. Das muss nicht heißen, dass man arm sein muss. Beim Minimalismus geht es darum, nur das zu besitzen, was man braucht bzw. auch wirklich benutzt. Da können auch so gesehen lebensunnötige Dinge dabei sein, solange sie einen glücklich machen ist das ok. Wichtig ist, dass jeder Gebrauchsgegenstand (das Wort sagst schon alles!) in irgendeiner Form Freude bringt.

Wenig zu besitzen macht frei. Und danach strebe ich: Freiheit. Hier mal ein Bild, wie sich das im Extremfall äußern kann.

Das Buch, geschrieben von einem Japaner hat mich dann ohne zu zögern schon beim Lesen dazu animiert anzufangen Dinge weg zu tun. Es war so klar beschrieben, was die Konsequenzen von rumstehendem oder verstautem Kram ist, der einen umgibt. Wenn man Dinge aufhebt, macht man das immer aus einem der folgenden Gründe: entweder man hängt an der Vergangenheit und kann sich nicht lösen. Oder man meint, man benötige das Ding „irgendwann“ noch einmal.

Oder der Besitz ist in irgendeiner Form ein Statussymbol. Zum Beispiel das Anhäufen von Büchern. Viele möchten hiermit nur ausdrücken, wie „schlau“ sie sind – ich scheinbar eingeschlossen. Wie oft kommt es vor, dass man ein Buch 2-mal liest? Kein Problem die 2 Bücher aufzuheben, die einem so viel bedeuten, dass man sie wirklich noch ein zweites Mal liest. Die anderen 98 können weg. Verschenken. Es gibt in der Stadt so Schränke, da kann man sie einfach rein tun, und andere kommen und nehmen sie sich raus. Eine super tolle Sache. Müsste noch viel mehr von diesen Schränken geben.

„Irgendwann“ gibt es nicht. Wer glücklich ist, hat gelernt im „Jetzt“ zu leben. Dinge, die an die Vergangenheit oder an die Zukunft binden helfen hierbei gar nicht.

Jedes Teil, was man besitzt, besitzt einen. Ich glaub ich habe verstanden, was der Dalai Lama damit wirklich meint. Die Dinge, die rum liegen benötigen Stauraum, den man kaufen muss. Dafür geht man arbeiten. Dann muss man seine Freizeit opfern und die Dinge Instand halten oder Staub wischen. Wieder kostbare Zeit die verloren geht. Und das für Dinge, die beim Anfassen oder Anschauen gar keine Emotion wie Freude auslösen. Außerdem ist es für den eigenen Kopf besser, wenn man nicht die ganze Zeit in vollgestopfte Schränke schaut. „Weite“ ist wichtig für das Auge und den Geist. Da bewirken vollgestopfte Schränke und herum stehendes Zeug in jedem Fall genau das Gegenteil.

Hier mal ein Einblick in meine vollgestopften Schränke bzw. ein Blick in den Keller vor dem Aufräumstart!

Ich werde beobachten, wie es mit geht während ich meinen Kram entsorge. Was wird sich bei mir hierdurch verändern? Ich werde radikal ausmisten, nicht so wie bisher.

Noch während dem Lesen des Buchs fielen mir die ersten Dinge ein, die ich weg tun wollte. Eine Ansammlung von Tüten zum Beispiel. Die hat sich seit Jahren vergrößert und nimmt nun wirklich schon 2 Schubladen in Anspruch. Und warum hab ich die? Irgendwie fand ich sie bisher „schön“, den Beweis meines Konsums. Noch beim Lesen sprang ich auf und entsorgte sie. So ging es weiter. Eine Bücherkiste musste dran glauben. Und im Keller hatte ich schon „Flohmarkt-Kisten“. Bestimmt 5 Umzugskartons voll mit Zeug, den ich auf den Flohmarkt verkaufen wollte, weil der Kram ja „noch soooo viel Wert ist“. Und seit Jahren war mir die Zeit am Samstag zu wertvoll, als dass ich mich – um dann 100 Euro einzunehmen- auf den Flohmarkt stelle. Ich machte die Kisten mal auf…. Und was mussten meine Augen erblicken? Kram, der evtl. mal viel gekostet hat, aber mit Sicherheit nichts mehr wert war. Durch das Jahrelange rumliegen ist das Zeug auch eher noch schlechter geworden als besser. Alles einfach wegschmeißen ist nicht mein Ding, also fing ich an zu sortieren. Zeug, das noch richtig gut war: in die Oxfam-Kiste. Die paar Euro kann man ja schließlich auch spenden. Oxfam ist richtig super! So etwas möchte ich unterstützen. Wie toll: man bringt Kram, der noch gut ist hin, ist froh dass man ihn selbst los ist, dort wird er verkauft und irgendwer freut sich hoffentlich darüber und der Erlös ist für einen guten Zweck.

Eine andere Kiste mit Zeug, das noch gut war, wie Kaffeemaschinen, Toaster und Elektrokabel legte ich in eine andere Box. Die Kiste stell ich auf die Straße. Ist verboten ich weiß. Ich bin aber in einem Viertel aufgewachsen, so die Leute nicht viel Geld haben. Und das Zeug ist ja noch gut! Ich stellte die Kiste an eine Stelle, wo auch immer Sperrmüll steht. Und es dauerte keine Stunde, da war nur noch eine Augenmaske aus rosa Plüsch da. Meine Inline-Skates legte ich auch hin und hoffe sehr, dass ein Kind diese genommen hat, welches keine hat. Ich freu mich, wenn die Kiste so schnell leer wird. Hoffentlich sind es aber keine „Sammler“, die das Zeug nehmen, sonst ist es ja kein gutes Geschenk für sie, wenn sie sich nun ihre Wohnung vollstopfen.

Meine Spielsammlung, die ich nie verwendet habe mit ein paar tollen Strategie-Spielen schenkte ich meinem Neffen. Er hat sich so in das Strategie-Spiel verliebt, dass er heute Nacht geredet hatte, erzählte mir meine Schwester. „ich wollte nur sagen…“ und wachte dann auf und erzählte, dass er vom Spiel geträumt hat und sich bei mir bedanken wollte, dass ich ihm ein so tolles Spiel geschenkt hätte. Allein hierfür lohnt es sich, endlich alles auszumisten. Also kann ich jetzt schon sagen: ja aufräumen macht glücklich. Weil mein Neffe mich glücklich gemacht hat.

Seit 2 Wochen habe ich die Devise: jeden Tag 10 Dinge weg zu tun. Am Schluss sind es jeden Tag bestimmt 100 Dinge. Man kommt in seinem Rhythmus und arbeitet sich langsam vor. Und ja das Buch hat es richtig beschrieben: die Dinge rauben einem Zeit. Allein schon beim Wegtun. Aber danach bin ich frei, also weiter. Heute habe ich eine komplette Kiste mit Papieren geschreddert. Das hat gedauert. Und ich bin richtig sauer auf mich geworden. All diesen Kram hab ich mir, seit ich beschlossen habe ihn aufzuheben nicht mehr angeschaut. Beim Umzug hin und her geschleppt, wieder verstaut, einen neuen Schrank oder Kisten zum Verstauen gekauft und dann meine kostbare Freizeit zum Entsorgen aufgewendet. Warum konnte ich es nicht gleich wegtun? Warum meint man, man könnte es „irgendwann“ noch mal gebrauchen? Von 100 Dingen, passiert das maximal bei einer einzigen Sache, dass man sie wirklich mal braucht. Was ist so schlimm dran, das Ding dann neu zu besorgen, anstatt alles aufzuheben? Das kommt in Summe viel teurer.

Beim Aufräumen selbst merkt man erst wie viel man hat. Es wird noch lange dauern, bis ich alle Stellen durchforstet habe und alles entsorgt oder verschenkt habe. Mein Ziel ist es, dass ich nur noch wenige Dinge besitze, und jedes einzelne Teil mir in irgendeiner Form Freude bereitet.

In den letzten 2 Wochen habe ich 5 Säcke mit geschredderten Papierkram, eine Tüte mit alten Klamotten weggebracht, 2 Umzugskartons Bücher weggegeben, bestimmt 2 Müllsäcke weggeworfen und in Summe 8 Umzugskartons sortiert, weggeworfen, verschenkt etc. Eine ganze Ecke mit Sperrmüllkram ist fertig für den Anruf. Alles kommt weg. Aber sehen tut man in den Zimmern leider noch keinen Unterschied. Ich bin noch immer erst am Anfang.

Auch von der Vergangenheit werde ich mich lösen. Bei den Dias, die meinem verstorbenen Vater gehören, tue ich mir schwer, das weiß ich jetzt schon. Aber auch die: sie liegen seit 9 Jahren im Keller und ich habe sie mir nicht einmal angeschaut. Meinen Papa hab ich im Kopf, ich kann ihn noch hören und fühlen und sehen wenn ich die Augen schließe. Ich brauche die Dias nicht. Die Dias werde ich mir wohl bis zum Schluss aufheben.

Und warum hab ich eigentlich 3 Email-Accounts? Einen für „wichtige“ Sachen, einen für „unwichtige“ und einen halt, weil ich halt doch noch einen von Gmail benötigt habe. Auch das werde ich ändern. Ich möchte von jeder Sache idealerweise nur noch 1 Sache haben, es sei denn es gibt einen wirklichen Grund, wie bei Nagellack zum Beispiel 🙂 Davon kann man schon mal mehrere haben, in verschiedensten Farben…