Kein Ende in Sicht – 26.08.2018

Wochenende, endlich mehr Zeit. Ich bin am räumen, wegschmeißen, Müll wegfahren. Wahrscheinlich übertreibe ich es gerade, weil es keinen einzigen Tag gibt, an dem ich nichts wegtue. Ich will endlich „fertig“ werden, aber es ist einfach zu viel da. In meinen Augen sieht man immer noch keinen Unterschied. Ich fühl mich nicht „freier“ als vor 2 Wochen. Naja stimmt nicht so ganz. Es gibt einzelne Dinge, die man besitzt, die einen wirklich belasten. Man merkt es sogar, aber irgendwie tut man trotzdem nichts dagegen. Ich hatte ungefähr 10 Umzugskisten Kinderkleidung von meiner Schwester. Die 10 Umzugskisten sind sogar mal mit umgezogen. Und standen zuletzt bei meiner Mutter im Keller. Jetzt hab ich sie weggegeben – und das war ein super Gefühl. Das hat sich wirklich richtig befreiend angefühlt. Weil diese 10 Kisten durch ihre Anwesenheit mir immer ein schlechtes Gefühl gegeben haben. So als würden sie zu mir sagen „hallo, wir sind noch da“. Und jetzt kommen sie nach Rumänien und ich hoffe irgendwer freut sich darüber.

Meine Mutter hat auch angefangen Kram wegzuräumen und sie hat viel. Aber sie hat auch etwas, was sie seit mehr als 40 Jahren belastet. Sie hat beschlossen es endlich weg zu geben. Es ist das Porzellanservice, ein richtig gutes, altes. Aber gefallen hat es ihr noch nie. Es hat viel Platz weggenommen und jedes Jahr wenn die Familie zu Geburtstagen kam musste sie es rausholen und benutzen. Damit derjenige, der es ihr geschenkt hat sich freut. Auch Geschenke kann man wegtun. Sie haben ihren Zweck bereits erfüllt. Ich freu mich für meine Mama, dass sie sich endlich von dem Porzellanservice befreit.

Warum haben wir eigentlich zu viel? Warum streben wir immer danach, noch mehr zu haben? Warum denken wir immer, es wäre nicht genug da? Das ist ja der Grund warum wir Sachen aufheben. Aus Angst wir benötigen es mal, Angst, dass wir verhungern. Zumindest denke ich das wohl immer mal wieder, wenn ich unkontrolliert im Supermarkt einkaufen gehe. Als wären 5 Leute zu Hause, die ausgehungert sind. Man sagt, dass Menschen, die wenig besitzen auch anders mit Essen umgehen. Weil sie verstanden haben, dass wir nur die Dinge benötigen, die wir jetzt brauchen. Warum kaufe ich immer so viel ein, dass ich Essen wegschmeißen muss? Es schaut mich sehr lange aus dem Kühlschrank heraus an, während es dahin welkt und macht mir mit seinem Anblick jedes Mal ein schlechtes Gewissen. Warum denke ich in einem Land, in dem immer überall Essen verfügbar ist, dass ich immer dermaßen viel Essen zu Hause haben muss?

Manche sagen, dass es das gesellschaftliche Denken ist und was wir von Beginn unseres Lebens von den Älteren beigebracht bekommen. Das, was die Wirtschaft einem suggerieren möchte. Marketing funktioniert nur, weil es Bedürfnisse weckt. Wir sollen denken, dass wir zu wenig haben um glücklich zu sein. Würden wir alle wissen, dass wir reichlich haben, dann würden wir auch weniger konsumieren und müssten weniger arbeiten, hätten mehr Zeit für die Erlebnisse und Momente, die uns wirklich glücklich machen. So stand es im Buch und für mich hört sich das logisch an.

Erst mal weiter mit dem ersten Schritt: dem radikalen Reduzieren. Ausbeute von heute: 2 Pullis, die kaum getragen waren. Etwas alter Schmuck, 4 Ordner mit Papierkram (teilweise schreddern obendrein), etwas Küchenkram (Tupperschüsseln zum Beispiel). Zu viel Essen kaufen und dann noch viel Zeug besitzen um das zu viele Essen zu verstauen. Unglaublich.

Ich gehe stückchenweise und iterativ vor: immer bei den Dingen, die mir gerade einfallen, wenn ich in die einzelnen Kisten oder Schränke schaue. Und immer wieder alles wiederholt aufmachen.

Ausbeute vom Wochenende gesamt:

Ich habe beim Aufräumen einen Stiftehalter gefunden, den ich als Kind geliebt habe. Ein roter Plastikigel mit Schriftzug „Volksbank“ 🙂 Den fand ich so unglaublich toll. Mir sollen Dinge wieder so wichtig werden, wie einem Kind. Ich glaub das geht nur, wenn man wenig hat. Erst dann hat jedes Einzelne wieder eine Bedeutung. Der Igel hat bisher die Aufräumaktion überlebt, einer von wenigen.

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Es kann wirklich alles weg – Nein muss! 24.08.2018

Unglaublich was man so alles ansammelt. Ich bin richtig sauer auf mich. Dabei dachte ich, ich habe nicht viel Kram. Bin ja auch erst vor 1,5 Jahren umgezogen und war im Glauben ich hätte mehr oder weniger alles Unnötige weggetan.

Irgendwie ist es in aller Munde: das Thema Minimalismus. Erst habe ich eine Dokumentation auf Netflix hierzu angeschaut, jetzt ein Buch gelesen. Und ja: ich glaube das, was die Leute sagen, die Minimalismus leben. Geht ja auch in die gleiche Richtung, was im Buddhismus schon immer gesagt wird. Besitztum macht unglücklich oder besser: Wenn man wenig hat, ist man glücklicher. Das muss nicht heißen, dass man arm sein muss. Beim Minimalismus geht es darum, nur das zu besitzen, was man braucht bzw. auch wirklich benutzt. Da können auch so gesehen lebensunnötige Dinge dabei sein, solange sie einen glücklich machen ist das ok. Wichtig ist, dass jeder Gebrauchsgegenstand (das Wort sagst schon alles!) in irgendeiner Form Freude bringt.

Wenig zu besitzen macht frei. Und danach strebe ich: Freiheit. Hier mal ein Bild, wie sich das im Extremfall äußern kann.

Das Buch, geschrieben von einem Japaner hat mich dann ohne zu zögern schon beim Lesen dazu animiert anzufangen Dinge weg zu tun. Es war so klar beschrieben, was die Konsequenzen von rumstehendem oder verstautem Kram ist, der einen umgibt. Wenn man Dinge aufhebt, macht man das immer aus einem der folgenden Gründe: entweder man hängt an der Vergangenheit und kann sich nicht lösen. Oder man meint, man benötige das Ding „irgendwann“ noch einmal.

Oder der Besitz ist in irgendeiner Form ein Statussymbol. Zum Beispiel das Anhäufen von Büchern. Viele möchten hiermit nur ausdrücken, wie „schlau“ sie sind – ich scheinbar eingeschlossen. Wie oft kommt es vor, dass man ein Buch 2-mal liest? Kein Problem die 2 Bücher aufzuheben, die einem so viel bedeuten, dass man sie wirklich noch ein zweites Mal liest. Die anderen 98 können weg. Verschenken. Es gibt in der Stadt so Schränke, da kann man sie einfach rein tun, und andere kommen und nehmen sie sich raus. Eine super tolle Sache. Müsste noch viel mehr von diesen Schränken geben.

„Irgendwann“ gibt es nicht. Wer glücklich ist, hat gelernt im „Jetzt“ zu leben. Dinge, die an die Vergangenheit oder an die Zukunft binden helfen hierbei gar nicht.

Jedes Teil, was man besitzt, besitzt einen. Ich glaub ich habe verstanden, was der Dalai Lama damit wirklich meint. Die Dinge, die rum liegen benötigen Stauraum, den man kaufen muss. Dafür geht man arbeiten. Dann muss man seine Freizeit opfern und die Dinge Instand halten oder Staub wischen. Wieder kostbare Zeit die verloren geht. Und das für Dinge, die beim Anfassen oder Anschauen gar keine Emotion wie Freude auslösen. Außerdem ist es für den eigenen Kopf besser, wenn man nicht die ganze Zeit in vollgestopfte Schränke schaut. „Weite“ ist wichtig für das Auge und den Geist. Da bewirken vollgestopfte Schränke und herum stehendes Zeug in jedem Fall genau das Gegenteil.

Hier mal ein Einblick in meine vollgestopften Schränke bzw. ein Blick in den Keller vor dem Aufräumstart!

Ich werde beobachten, wie es mit geht während ich meinen Kram entsorge. Was wird sich bei mir hierdurch verändern? Ich werde radikal ausmisten, nicht so wie bisher.

Noch während dem Lesen des Buchs fielen mir die ersten Dinge ein, die ich weg tun wollte. Eine Ansammlung von Tüten zum Beispiel. Die hat sich seit Jahren vergrößert und nimmt nun wirklich schon 2 Schubladen in Anspruch. Und warum hab ich die? Irgendwie fand ich sie bisher „schön“, den Beweis meines Konsums. Noch beim Lesen sprang ich auf und entsorgte sie. So ging es weiter. Eine Bücherkiste musste dran glauben. Und im Keller hatte ich schon „Flohmarkt-Kisten“. Bestimmt 5 Umzugskartons voll mit Zeug, den ich auf den Flohmarkt verkaufen wollte, weil der Kram ja „noch soooo viel Wert ist“. Und seit Jahren war mir die Zeit am Samstag zu wertvoll, als dass ich mich – um dann 100 Euro einzunehmen- auf den Flohmarkt stelle. Ich machte die Kisten mal auf…. Und was mussten meine Augen erblicken? Kram, der evtl. mal viel gekostet hat, aber mit Sicherheit nichts mehr wert war. Durch das Jahrelange rumliegen ist das Zeug auch eher noch schlechter geworden als besser. Alles einfach wegschmeißen ist nicht mein Ding, also fing ich an zu sortieren. Zeug, das noch richtig gut war: in die Oxfam-Kiste. Die paar Euro kann man ja schließlich auch spenden. Oxfam ist richtig super! So etwas möchte ich unterstützen. Wie toll: man bringt Kram, der noch gut ist hin, ist froh dass man ihn selbst los ist, dort wird er verkauft und irgendwer freut sich hoffentlich darüber und der Erlös ist für einen guten Zweck.

Eine andere Kiste mit Zeug, das noch gut war, wie Kaffeemaschinen, Toaster und Elektrokabel legte ich in eine andere Box. Die Kiste stell ich auf die Straße. Ist verboten ich weiß. Ich bin aber in einem Viertel aufgewachsen, so die Leute nicht viel Geld haben. Und das Zeug ist ja noch gut! Ich stellte die Kiste an eine Stelle, wo auch immer Sperrmüll steht. Und es dauerte keine Stunde, da war nur noch eine Augenmaske aus rosa Plüsch da. Meine Inline-Skates legte ich auch hin und hoffe sehr, dass ein Kind diese genommen hat, welches keine hat. Ich freu mich, wenn die Kiste so schnell leer wird. Hoffentlich sind es aber keine „Sammler“, die das Zeug nehmen, sonst ist es ja kein gutes Geschenk für sie, wenn sie sich nun ihre Wohnung vollstopfen.

Meine Spielsammlung, die ich nie verwendet habe mit ein paar tollen Strategie-Spielen schenkte ich meinem Neffen. Er hat sich so in das Strategie-Spiel verliebt, dass er heute Nacht geredet hatte, erzählte mir meine Schwester. „ich wollte nur sagen…“ und wachte dann auf und erzählte, dass er vom Spiel geträumt hat und sich bei mir bedanken wollte, dass ich ihm ein so tolles Spiel geschenkt hätte. Allein hierfür lohnt es sich, endlich alles auszumisten. Also kann ich jetzt schon sagen: ja aufräumen macht glücklich. Weil mein Neffe mich glücklich gemacht hat.

Seit 2 Wochen habe ich die Devise: jeden Tag 10 Dinge weg zu tun. Am Schluss sind es jeden Tag bestimmt 100 Dinge. Man kommt in seinem Rhythmus und arbeitet sich langsam vor. Und ja das Buch hat es richtig beschrieben: die Dinge rauben einem Zeit. Allein schon beim Wegtun. Aber danach bin ich frei, also weiter. Heute habe ich eine komplette Kiste mit Papieren geschreddert. Das hat gedauert. Und ich bin richtig sauer auf mich geworden. All diesen Kram hab ich mir, seit ich beschlossen habe ihn aufzuheben nicht mehr angeschaut. Beim Umzug hin und her geschleppt, wieder verstaut, einen neuen Schrank oder Kisten zum Verstauen gekauft und dann meine kostbare Freizeit zum Entsorgen aufgewendet. Warum konnte ich es nicht gleich wegtun? Warum meint man, man könnte es „irgendwann“ noch mal gebrauchen? Von 100 Dingen, passiert das maximal bei einer einzigen Sache, dass man sie wirklich mal braucht. Was ist so schlimm dran, das Ding dann neu zu besorgen, anstatt alles aufzuheben? Das kommt in Summe viel teurer.

Beim Aufräumen selbst merkt man erst wie viel man hat. Es wird noch lange dauern, bis ich alle Stellen durchforstet habe und alles entsorgt oder verschenkt habe. Mein Ziel ist es, dass ich nur noch wenige Dinge besitze, und jedes einzelne Teil mir in irgendeiner Form Freude bereitet.

In den letzten 2 Wochen habe ich 5 Säcke mit geschredderten Papierkram, eine Tüte mit alten Klamotten weggebracht, 2 Umzugskartons Bücher weggegeben, bestimmt 2 Müllsäcke weggeworfen und in Summe 8 Umzugskartons sortiert, weggeworfen, verschenkt etc. Eine ganze Ecke mit Sperrmüllkram ist fertig für den Anruf. Alles kommt weg. Aber sehen tut man in den Zimmern leider noch keinen Unterschied. Ich bin noch immer erst am Anfang.

Auch von der Vergangenheit werde ich mich lösen. Bei den Dias, die meinem verstorbenen Vater gehören, tue ich mir schwer, das weiß ich jetzt schon. Aber auch die: sie liegen seit 9 Jahren im Keller und ich habe sie mir nicht einmal angeschaut. Meinen Papa hab ich im Kopf, ich kann ihn noch hören und fühlen und sehen wenn ich die Augen schließe. Ich brauche die Dias nicht. Die Dias werde ich mir wohl bis zum Schluss aufheben.

Und warum hab ich eigentlich 3 Email-Accounts? Einen für „wichtige“ Sachen, einen für „unwichtige“ und einen halt, weil ich halt doch noch einen von Gmail benötigt habe. Auch das werde ich ändern. Ich möchte von jeder Sache idealerweise nur noch 1 Sache haben, es sei denn es gibt einen wirklichen Grund, wie bei Nagellack zum Beispiel 🙂 Davon kann man schon mal mehrere haben, in verschiedensten Farben…

Hilfe – und was ich darüber gelernt habe – 06.05.2018

HILFE – ich bin wieder in meinem Hamsterrad!

Was soll ich sagen, ich bin jetzt seit über 1 Monat wieder in Deutschland und wieder am Arbeiten. Als ich den ersten Tag auf die Arbeit fuhr, fand ich das Gefühl, dass ich früh morgens aufstehe und wirklich erst am Abend wieder nach Hause komme (und den ganzen Tag arbeite) sehr krass. Ich fand es unglaublich und unmöglich, für mich und mein Leben nicht akzeptabel. Aber ich musste ja hin und auch den ganzen Tag bleiben.

Die Begrüßung war erst mal sehr nett, habe mich auch echt gefreut meine Kollegen wieder zu sehen, hatte Blumen und Schokolade auf dem Tisch, von meinem Lieblingskollegen noch einen Brief, da er selbst gerade im Urlaub war. Mein Team hat sich scheinbar richtig gut geschlagen und ich habe viel positives Feedback erhalten, so dass ich sehr stolz war. Und ich war auch noch sehr entspannt. Dachte ja auch, dass die erste Woche noch recht relaxed werden würde.

Das hat sich dann gegen Nachmittag geändert, wurde direkt wieder mit Aufträgen versorgt und renne seit dem wieder jeden Tag von früh morgens bis spät abends wie der Hamster in seinem Rad, kein Ende in Sicht – es sei denn der Hamster macht endlich mal eine 90Grad wende und springt aus seinem Rad. Aber er hat ja gar keine Zeit zu bemerken, dass er rennt, da er keine Zeit hat um mal kurz innezuhalten und nachzudenken. Na immerhin fällt es mir jetzt noch auf.

Und immerhin fängt mein Tag nicht so gestresst an. Ich stehe immer noch vor 6 Uhr auf und nehme mir ca. 2 Stunden Zeit zu Hause, für meinen Kaffee, zum Aufräumen, zum Meditieren und zum lange duschen 🙂 das ich immer noch sehr genieße.

Ich merke aber, wie jeden Tag meine gerade getankte Energie weicht, bald bin ich wieder leer, wenn ich so weiter mache. 5 Wochen am Arbeiten und ich habe keine Zeit für gar nichts – so ist mein Gefühl, noch nicht mal Zeit zum Leben! Dabei lebe ich doch – eigentlich zumindest. Aber de facto habe ich zwar einen schönen Morgen, bin dann aber 9-10 Stunden auf der Arbeit (und vorher mindestens 1 Stunde im Auto) und komme abends nach 1 Stunde Autofahrt nach Hause. Manchmal habe ich sogar noch die Kraft in meinen geliebten Sport zu gehen. Manchmal noch nicht mal mehr dafür. Manchmal möchte ich nur HILFE schreien um wieder in das andere Gefühl tauchen zu können, die Zeit zu haben Dinge wahrzunehmen, sich und andere zu beobachten, anzuschauen und dabei zu lernen.

Aber ich habe was erreicht! In dem einen Sportstudio, in dem ich Functional Training mache, werde ich nun zusätzlich als Trainer ausgebildet. Für mich die beste Ausbildung überhaupt, die ich bekommen kann. Der Besitzer ist schon seit Jahrzehnten Trainer und ist sehr genau in der Ausführung und Technik. Hallo?? Wer hat denn bitte so eine tolle Möglichkeit? Darauf bin ich sehr stolz, weil dies mal wieder zeigt, dass kleine Schritte das wichtige sind.

Ich verarbeite immer noch meine Erfahrungen von der Reise. Eine ist mir ganz stark im Kopf geblieben und beschäftigt mich immer noch sehr.

Es ist die HILFSBEREITSCHAFT.

Während meiner Reise war ich in mehreren Situationen, in denen ich ungefragt Hilfe von anderen Menschen bekommen habe. Und zwar wirkliche Hilfe. Ich glaube nämlich wir tun gerne alle so als wären wir hilfsbereit, oder verstecken uns hinter dem Gefühl, dass wir in bestimmten Situationen gar nicht helfen können. In Echt ist uns einfach der Aufwand zu groß und wir wollen es gar nicht wirklich, weil wir zu sehr mit uns selbst beschäftigt sind.

Hier im Alltag sind wir auch selten in Situationen (zum Glück) in denen wir Hilfe von anderen benötigen. Ich kannte das Gefühl hilflos zu sein gar nicht mehr. Wir sind alle so selbständig und haben unseren Alltag so gut organisiert, so dass wir – außer wenn wir mal Liebeskummer haben und einen Gesprächspartner benötigen oder mal was schweres Tragen müssen – echt keine Hilfe benötigen. Ich selbst wurde auch so erzogen, dass es wichtig ist, alleine klar zu kommen und sich selbst zu helfen. Ich war auch immer stolz darauf, nie andere um Hilfe zu bitten und hatte die Einstellung „ich kann alles alleine, ich brauche niemanden“.

Auf der Reise war ich in einer Situation (eigentlich mehrfach) in der ich mit meinem kompletten Gepäck in der prallen Hitze rumstand, nicht wusste wo meine Unterkunft war, mein Handy (das ist ja eigentlich unser Hilfe-Partner Nummer 1) mir nicht weitergeholfen hat. Und ich stand da, total müde, klatsch nass geschwitzt. Nach dem Weg fragen ist eine Hilfe, um die ich andere noch gerne bitte, für alles andere bin ich dann eigentlich schon wieder zu stolz. Eine Kaffeebesitzerin, ganz jung, ließ ihr Café alleine und half mir bei der Suche. Sie fragte mehrere Einheimische für mich und obwohl uns keiner weiterhelfen konnte: sie gab nicht auf. Ich bin mir sicher, fast jeder hätte irgendwann einfach aufgehört – war ja nicht ihr Problem – und mich alleine stehen lassen. Und sich selbst gedacht „ich habe ja versucht zu helfen“ – auch wenn mir nicht geholfen war. Im Endeffekt hat sie bestimmt 1 Stunde lang Leute gefragt, rumtelefoniert, gesucht und mich schlussendlich mit ihrer Vespa und meinem Gepäck zu meiner Unterkunft gefahren. Ihr Cafe hat sie sich selbst überlassen. Und das nur für mich und für mein Problem.

Es hat mich wahnsinnig beeindruckt. Das ist wirkliche Anteilnahme und Hilfe. Sie hat nicht locker gelassen und hat mein Problem zu ihrem gemacht. Ich war ihr so dankbar wie selten anderen Menschen. Nicht nur weil sie mir in der Situation geholfen hat, sondern weil sie mich was gelehrt hat.

Helfen heißt also, nicht nur so tun als hilft man, sondern sich des Themas wirklich anzunehmen, keine Ausrede (ich muss ja auf mein Cafe aufpassen) gelten zu lassen und bis zum Ende durchzuhalten. Und das alles für einen anderen!

Ich war ihr so dankbar, dass ich tagelang darauf gehofft hatte auch in eine Situation zu kommen in der ich jemand anderen helfen kann. Ich hielt die Augen und Ohren offen aber es ist lange nichts passiert (ich glaube ich habe einfach nichts gesehen – vielleicht wollte ich ja doch gar nicht wirklich?). Irgendwann in Auckland wurde ich von einem Touristen nach dem Weg gefragt. Aus Gewohnheit antwortete ich, dass ich selbst nur Tourist bin und mich nicht auskenne.

Und STOPP! Da war endlich eine Situation in der ich um Hilfe gebeten wurde und was mache ich? Eine Ausrede finden, warum ich nicht helfen kann. Zum Glück habe ich es direkt bemerkt und lief zurück, fragte noch mal nach der gesuchten Straße und Google Maps hatte die Antwort. Befriedigt ging ich wieder meines Weges. So ganz glücklich war ich aber dann doch nicht. Ich hatte viel Zeit und habe zwar der Person den Weg beschrieben aber dann stehen lassen. Wahrscheinlich hat der Mann den Weg trotzdem nicht gefunden. Die Café-Besitzerin hatte mich hingebracht.

Bisher dachte ich auch immer, man ist egoistisch wenn man zu viel Hilfe von anderen annimmt. Egoistisch sein – darüber habe ich mittlerweile auch eine andere Sichtweise, alle finden es negativ, ich mittlerweile nicht mehr. Ich denke jeder sollte egoistisch sein – aber darüber schreibe ich ein anderes Mal. Aber bleiben wir mal bei der negativen Sicht.

Ich bin mir sicher, dass es einen sehr erfüllt, wenn man anderen wirklich hilft (und nicht nur so tut). Also hilft man demzufolge aus egoistischen Gründen, weil man sich selbst danach gut fühlt und ist es dann nicht eher egoistisch, wenn man andere nicht um Hilfe bittet, weil man diesen Menschen die Chance nimmt sich gut zu fühlen?! Wenn sie nicht helfen wollen, können Sie ja nein sagen. Ich denke man muss auch einen großen Unterschied machen bei was man um Hilfe fragt. Also wenn ich gut verdienenden Leuten beim Umzug helfen soll, dann sage ich gerne ab. Das ist keine Hilfe von der ich rede. Ich meine Hilfe, die für das Gegenüber wirklich essentiell ist.

Und eins noch, dann höre ich auf: ich denke immer „ich habe keine Situationen, in denen ich anderen helfen kann, ich werde ja nie um Hilfe gebeten“. Allein das ist schon wieder eine Ausrede. Ich mache die Augen und Ohren nicht auf. Man wird nicht immer nur um Hilfe gefragt. Die meisten fragen nicht danach, aber es gibt tausend Möglichkeiten. Ich mache es mir nur zu einfach, hab keine Zeit und keinen Kopf um wirklich zu helfen. Und dabei wäre es ja nur für mich selbst – um mich selbst gut zu fühlen (ich Egoist). Alles eine Ausrede, die es mir einfach macht, so zu bleiben wie ich schon immer war. Das sollte ich ändern. Aber ich hab ja keine Zeit – ich muss ja so viel arbeiten …

Meine Dusche – 31.März 2018

Nun bin ich schon seit 4 Tage wieder zurück in Mainz. Die Rückreise war hart, leider wirklich nur 1 Platz im Flieger für mich und kaum Schlaf. In Summe war ich 24 Stunden unterwegs gewesen, mit 2 Stopps. Der erste war in Kuala Lumpur mit Ein- und Auschecken und 4 Stunden am Flughafen rumhängen. Dass ich den Terminal noch wechseln musste habe ich zum Glück noch rechtzeitig bemerkt.

In Maskat (im Oman) war der nächste Stopp, dort musste ich nur meinen Transitflug bekommen mit 1,5 Stunden Aufenthalt. Bin aber erst komplett gestört einfach nur der Menschenmenge hinterher und hab mich schön brav wie alle anderen auch in die Immigrations-Schlange gestellt. Da dort auch viele Deutsche gestanden haben, war ich im Glauben hier auch absolut richtig zu stehen. Es wurde dort aber genauso langsam gearbeitet wie in Asien und es ging überhaupt nicht vorwärts, also hab ich mich dann doch noch mal gefragt, wie das sein kann, dass man bei nur 1,5 Stunden Aufenthalt so lange in der Immigrations-Schlange stehen muss. War natürlich falsch! Grad noch rechtzeitig als letzte bin ich dann zum boarden.

Bin dann nach Hause gekommen und habe mich wie im 5 Sterne Hotel gefühlt. Ist schon alles sehr schön, sauber und perfekt hier. Morgens wenn ich jetzt aufstehe (momentan um 5 Uhr morgens) koche ich mir erst mal einen Kaffee. Wie schön ist das denn, dass man sich zu jeder beliebigen Uhrzeit einen Kaffee kochen kann!? Wie oft habe ich auf der Reise morgens keinen Kaffee bekommen! Wie sehr habe ich mich auf der Reise manchmal über einen Instant Kaffee ohne Milch und Zucker gefreut? Und hier mache ich mir einfach einen richtig gut schmeckenden und zwar so viele Tassen wie ich will!? Sogar mit richtiger Kuhmilch!

Dann dusche ich. Nein ganz am Anfang wache ich in meinem unglaublich tollen Bett auf. Die Matratze ist genauso hart wie ich es mag, sie ist nicht durchgelegen, so dass man am nächsten Morgen Rückenschmerzen hat. Und sie ist sauber, so dass ich nicht das Gefühl habe lieber noch auf einer Decke schlafen zu müssen, damit die alten Körperflüssigkeiten der vorher hier Schlafenden nicht an mich rankommen. Meine Decke ist so leicht und flauschig und wärmt mich in der genau richtigen Temperatur. Ein wunderbares Gefühl in einem solch tollen Bett schlafen und aufwachen zu können! Und es ist meins!

Dann dusche ich. Ich hatte vergessen wert zuschätzen, dass bei uns warmes oder sogar heißes Wasser aus dem Duschkopf rauskommt. Und zwar so viel wie ich will. Ich bestimme also, wie lange das warme Wasser rauskommt und auch wie heiß bzw. kalt es ist! Und ich bestimme auch den Wasserdruck! Luxus pur. Hatte ich in ganz Asien nicht. Irgendwas hat immer gefehlt. Entweder gar kein warmes Wasser – was für mich die Hölle ist – oder der Druck hat gefehlt, so dass ich mir kaum das Shampoo aus den Haaren spülen konnte oder nach 2 Minuten war das warme Wasser leer. Oder es gab auch mal gar kein Wasser – noch nicht mal kaltes. Übrigens haben wir Toilettenspülungen, also sogar da fließt Wasser in Unmengen. Auf wie vielen Toiletten war ich, wo man in einen Bottich nach einer Kelle greifen musste (was manchmal schon nicht schön war) um Wasser zu schöpfen um das in die Toilette zu gießen. Viele fanden das wohl auch zu eklig und haben es einfach auch gar nicht gemacht, was auch nicht soooo schön war, wenn man das Klo betreten hat.

Wie wichtig und wertvoll Wasser ist. In Asien wird einmal manchmal geraten sich noch nicht mal die Zähne mit dem Leitungswasser zu putzen, wegen der Bakterien. Ich habe es aus Gewohnheit zwar immer gemacht und hatte auch keine Probleme aber wir können hier unser Leitungswasser sogar trinken. In Kambodscha musste man sogar aufpassen, wenn man sich eine Flasche Wasser gekauft hat. Je nachdem wo man sie gekauft hat, sollte man lieber noch mal genau den Verschluss inspizieren. Es kommt wohl vor (hieß es), dass dort das nicht immer reine Leitungswasser reingefüllt wird und der Verschluss so manipuliert wird, das man denkt die Flasche wäre ungeöffnet. Und das obwohl so eine Flasche Wasser nur paar Cent kostet.

Ich liebe duschen und dusche viel zu lang. Das gute Wasser fließt einmal über meinen Körper und direkt wieder in den Abfluss. Mir fällt es schwer nur kurz zu duschen. Aber das was ich versuchen werde, ist es wert zuschätzen. Mir bewusst zu sein, dass ich immer Wasser habe, so viel Wasser wie ich will, keimfreies Wasser, warmes, heißes oder kaltes Wasser. Einfach so wie ich es will. Das ist Luxus. Und übrigens: es kommt einfach aus dem Hahn geflossen. Ich muss es nicht aus einem Bottich schöpfen oder sogar zu einem Brunnen gehen. Auch das habe ich in Kambodscha noch gesehen.

Hier ein Bild vom Badezimmer bzw. Haus meines Nachbarn in Kambodscha. Links hinten (in grün) steht das Haus, davor etwas kleiner die Toilette. Und der Mann wäscht sich gerade, es war morgens als ich das Foto gemacht habe. Der blaue Bottich ist sein Badezimmer, und wahrscheinlich auch seine Küche gleichzeitig.

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Wäre trotzdem gerne noch weiter gereist, auch wenn ich hier einfach alles habe.

Bootstour & Koh Rong Sanloem 25.März

So mein letzter Tag und für heute hatte ich die Inseltour mit dem Boot gebucht. Muss sagen, dass es wohl doch manchmal angebracht ist sich vorzubereiten und zu planen. Evtl nicht immer so krass wie ich es mache, Mittelmaß ist wohl das richtige. Und heute wäre es definitiv angebracht gewesen. Ein Blick auf tripadvisor hätte ausgereicht.

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Erwartet hatte ich eine bootstour in einem kleinen Boot, das 3 Inseln anfährt, vielleicht mit 20 weiteren Touristen und dann schnorcheln vom Boot aus. Evtl hätte ich schon stutzig werden sollen, dass ich ein Ticket bekommen habe auf dem „happy boat“ drauf stand.

Am Pier angekommen fand ich mich umzingelt von gefühlten 3 Busladungen Chinesen. Falls ihr schon mal solchen Gruppen begegnet seid dann wisst ihr, dass das nicht angenehm ist. Die Gruppe verhält sich meist sehr rücksichtslos, stößt andere gerne mal beiseite, aus Angst den Anschluss zur Gruppe zu verlieren. Es ist meist sehr laut und stressig. Und ich mittendrin unter 100 Chinesen. Nun gut 3 westliche waren noch dabei. Hab schon überlegt ob ich überhaupt aufs Boot drauf gehen soll, aber da die Tour nicht günstig war, dachte ich ich fahr zumindest mit rüber auf die erste Insel, dann könnte ich ja aussteigen und selbst mit der Fähre zurückkommen. Also rauf aufs Boot.

Bin direkt ganz oben aufs Deck, in der Hoffnung dass alle anderen wegen der Sonne eher unter Deck bleiben. Bei der Wahl zwischen „verbrennen“ oder „ausrasten“ habe ich „verbrennen“ gewählt. Mittagessen wurde auch angeboten, das war eine reine Schlacht, als würden sie alle verhungern.

Dann ging es los und langsam verstand ich auch warum das Boot “happy boat“ heißt. Es wurde erst mal techno Musik angeschaltet (zb gangnam style) in einer Lautstärke die selbst jeder Disko den Rang abläuft, also Kopfhörer auf und Spotify an, leider hat die Lautstärke nicht ausgereicht.

Nach drei Stunden kamen wir am ersten Stopp an, dem Schnorchelplatz. Ich bin nicht ins Wasser. Sah überhaupt nicht nach schnorcheln aus, Müll im Wasser und gar nicht klar.

Ich hoffe ich kann gleich auf der nächsten Insel aussteigen. Ansonsten bleib ich einfach den ganzen Tag oben auf dem Deck sitzen, genieße die Sonne, meine Musik (gemischt mit Techno) und freu mich, dass ich nicht in solchen Gruppen Urlaub machen muss. Vielleicht sollte ich auch einfach dankbar dafür sein, dass ich heute noch mal die Chance bekomme meine Stressresistenz und meine Geduld zu üben.

Endlich angekommen, die normale Fähre hätte 40 Minuten gebraucht, ich halt 3,5 Stunden. Aber ich konnte an Land 😍🏖und bleib auch hier. Ich fahre mit der normalen Fähre zurück. Auf das Boot bringen mich keine 10 Pferde.

Hier ist es wundervoll. Wunderschöne Strände, sehr ruhig, ganz gelassen alles und ich bestell mir jetzt erst mal einen Fruchtshake! 😁

Ohne Lärm, keine Ruhe. Ohne Stress, keine Gelassenheit. Ohne Hässliches, kein Auge für das Schöne. Die Gegensätze machen es aus.

Und in ein paar Stunden ist meine Reise vorbei. Es war eine meiner besten Entscheidungen überhaupt sie anzutreten. Ich habe mich in jeder einzelnen Stunde lebendig gefühlt, egal ob sie wundervoll oder weniger schön war. Egal ob ich mich gerade alleine gefühlt habe oder mit tollen Menschen umgeben war. Ich habe festgestellt, dass ich sehr gut mit mir alleine auskomme – was ich so nicht gedacht hätte 😉Jede einzelne Stunde war so wertvoll. So sollte es immer sein. Diese Gefühle vermisse ich aber in meinem Alltag. Zu Hause kann ich manchmal gar nicht erwarten, dass meine (Lebens-)zeit vorbei geht. Oder ich meine Zeit „leer“ verbringe durch fernsehschauen, im Auto sitzen oder in Summe Dinge tue, die ich gar nicht machen möchte. Es liegt an mir, dies auch zu Hause hinzubekommen, ich bin gespannt ob es mir gelingen wird.

Innerlich sehe ich gerade so aus wie als ich Moorea verlassen habe. 😓

Ich darf nicht zulassen, dass dies einmalig war, ich möchte es wieder tun.

Ich werde übrigens weiterhin schreiben. Nicht mehr täglich – gibt vermutlich nicht mehr ausreichend interessantes zu berichten 😟 – aber ich habe noch genug Pläne wie zb meinen Sport. Und es tut mir einfach selbst gut das immer nieder zu schreiben.

Otres Beach Sihanoukville 23 & 24. März.2018

23. März

Heute Nacht war hier ein richtiges Gewitter mit stundenlangem Regen was für den März wohl sehr außergewöhnlich ist. Der Tag fing auch sehr relaxt an: rumhängen, frühstücken, rumhängen.
Um 10 Uhr stand dann der nächste Sportkurs „crossfit Warriors“ auf dem Programm. Bin komplett kaputt gegangen, nach so langer Zeit ohne richtigen Sport, aber hat gut getan.

Dann ging es mit dem Tuktuk an den Otres Beach. Das soll der hier schönste Strand sein, schönere in Kambodscha gibt es wohl nur noch auf den vorgelagerten Inseln. Da mache ich noch mal einen Tagesausflug hin. Nun gut ich komme gerade von Indonesien und der Südsee, daher war ich nicht so wirklich beeindruckt, das Wetter war aber auch nicht soooo gut.


Es war sehr schön den Strand entlang zu spazieren, in einer chilligen Bar zu Mittag zu essen und mir dann noch eine Massage direkt am Strand zu gönnen. Das ist wunderbar, durchgeknetet zu werden und dabei noch das Meeresrauschen zu hören.

24. März 2018

Heute sieht das Programm genauso aus: frühstücken, Sport und dann an den Strand. Wetter ist heute wieder super! Ich liebe Tuktuk fahren 😁

Smoothies und Wellness gab es noch zur Abwechslung. Erst eine Maniküre und dann noch eine Enthaarung mit dem Faden, für mich das erste mal! Die Frau hat es mir dann auch noch beigebracht, so dass ich jetzt auch weiß wie es geht.

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Undgleich gibt es noch eine Massage. Ist mein vorletzter Tag, daher nutze ich einfach noch mal alles 😊

Sihanoukville 22.März 2018

Die Fahrt im Nachtbus war super! Habe fast die ganze zeit tief und fest geschlafen, besser als im Hotel. Mag am „schütteln“ gelegen haben 👍🏻
Haben ab und zu an Rastplätzen angehalten. Diese schienen familiengeführt und auch gleichzeitig das zu Hause zu sein. Die Kinder haben direkt dort geschlafen, und da diese Rastplätze von den Bussen auch vor allem nachts angefahren werden bin ich sicher, dass es kein anderes zu Hause gibt. Irgendwie schon krass zu sehen wie die Leute leben.

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Kurz vor dem Ziel hat es auf einmal ganz schlimm im Bus gestunken und direkt unter meinem Fenster gequalmt. Der Fahrer ist dann ausgestiegen und hat bestimmt 15 Minuten lang kaltes Wasser auf diese Stelle gekippt, dann sind wir einfach weiter gefahren.

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Am Busbahnhof angekommen stürmten erst mal wieder eine Menge Tuktuk und vespafahrer auf einen los. Etwas stressig ist das dann immer. Bin dann von einem Vespa Fahrer mit kompletten Gepäck zur Unterkunft gefahren worden.
Ein Fitness „Hotel“ . Hab dann vormittags gleich beim ersten Kurs mitgemacht, den der Besitzer Piere geleitet hat. Ging 2 Stunden und war mit einem Gymnastikball. Unglaublich wie viel verschiedene Übungen wir nur mit diesem Ball gemacht haben. Hab mir gleich ein paar aufgeschrieben 😉
In der Yoga Unterkunft waren nur Mädels, hier sind fast nur Jungs.
Bin dann mit einem Texaner (der dachte zuerst ich wäre ein „local“, passiert in jedem Land, in Tahiti auch, bin wohl zu dunkel) in die Stadt gefahren was essen, den Markt anschauen und einfach rumlaufen.
Unglaublich die Stadt. Entweder sehr dreckig, staubig , vermüllt oder von Chinesen hochgezogene Hotels und Casinos. Die Chinesen kaufen hier wohl gerade alles auf, auch meine Unterkunft, die macht daher in 3 Wochen zu.

Der Markt war ein Einheimischen-Markt was einen extremen Unterschied zu dem in Siem Reap ausmacht. Krass!
Hier leben sehr sehr viele arme Menschen, Richtig arm. Kambodscha ist meines Erachtens nicht mit Thailand, Malaysia, Sri Lanka, Indonesien (zumindest dort wo ich war) zu vergleichen.

Der Texaner fand sich auch sehr witzig, ich ihn weniger. Ist echt eine gute Erfahrung wie man das managed, dass Leute einen nicht nerven und man sie wieder „los wird“.

Es sind aber sehr nette andere Leute hier, komplett gemischt. Holland, Spanien, Indien, Schweden, England, USA alles dabei.

Morgen fahre ich mal an den Strand nach dem Sport.